Aktuelle Ausstellung
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Galerie Carla Renggli, Ober Altstadt 8, Zug
bis 26. Mai 2012
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 14.00 bis 18.30 Uhr
Samstag 10.00 bis 16.00 Uhr
Donnerstag, 17. Mai (Auffahrt) geschlossen
Anna Margrit Annen: „fluid“
Niklaus Oberholzer im KUNSTBULLETIN Nummer 5/2012
Zug – Von einer Krise ist nicht zu reden, wohl aber vom Wunsch nach Standortbestimmung und Neubeginn: Vor rund drei Jahren schloss Anna Margrit Annen (geboren 1951 in Baar, arbeitet in Luzern) eine längere Phase malerischer Tätigkeit ab, die sich vor allem an Naturerlebnissen orientierte, ohne sich allerdings als Protokoll des Gesehenen zu verstehen. Während dreier Jahre trat sie mit ihren neuen Arbeiten nicht an die Öffentlichkeit und stellte sich die ganze Zeit über für sich allein – und damit in fordernder und verzichtreicher Einsamkeit – der Frage nach dem Gewesenen und dem ungewissen Kommenden. Weder legte sich die Malerin einen Arbeitsplan zurecht noch formulierte sie Ziele; sie liess vielmehr geschehen, was sich in der befreienden Leere des Ateliers, allerdings genährt von ihrer Jahre andauernden Erfahrung der Malerei, ergab. Im intensiven Hineinhorchen in sich selbst stellten sich Früchte ein, die sie nun in einer Ausstellung öffentlich macht. Annen war selber überrascht darüber, dass ein Bild sich nicht aus den vorhergehenden ergab, sondern dass jede der rund 40 Arbeiten sich neu und aus sich selber heraus entwickelte als eine Art Protokoll eines zeitlich begrenzten Bewusstseinszustandes, dem sich die Künstlerin vorbehaltlos zu stellen suchte. Wichtig ist für Anna Margrit Annen dabei auch ein breites Spektrum von Sinneserfahrungen. Sie bilden ein ganzheitlich verstandenes Fundament dieser freien Malereien, in denen benennbare Gegenstände nicht auszumachen sind, in denen sich aber Anstoss für zahlreiche – und sich naturgemäss oft auch widersprechende – Assoziationen finden lassen.
Jede der Malereien fand – oft in langen und offenen Prozessen von Übermalungen – zu einer eigenständigen „Bild-Persönlichkeit“. Die Arbeiten machen in diesem Sinne deutlich, dass es nicht einen möglichen, sondern viele voneinander unabhängige Wege des Denkens und Fühlens gibt, und dass die Erfahrung von Widersprüchlichkeiten eine existentielle Erfahrung unserer Zeit ist, die, was auch für die Kunst unserer Tage gilt, geprägt ist von Strukturverlust und daraus resultierenden Freiheiten, aber auch Risiken und Ungewissheiten. So ist es auch kein Zufall, dass in manchen der neuen Malereien diese Polarität spürbar wird, und dass wolkig ausgreifenden Formen oder Farbkörpern oft Ansätze von die Bildfläche überziehenden Strukturen (Gitter, Pläne, Zahlen, klar begrenze geometrische Flächen) gegenüberstehen.
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